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Ein Mann beginnt zu denken. Hatte er einen Gedächtnisverlust? Der erste Gedanke bestimmt alles. Der Mann, namenlos, will, um zu überleben, weiterdenken bis zum Tod. Versuche, das Gedachte aufzuschreiben, scheitern zunächst, aber er macht sich Notizen. Er überlässt sich dem Denkstrom, denn seine Welt ist alles, was er denkt. Er will mit gedachter Sprache die Realität überlisten, will sich sprachlich ins ewige Leben katapultieren, muss aber schließlich erkennen, dass auch er trotz Identifikation mit Gott und dem Unendlichen sterblich ist. Ist es eine Niederlage? Ist es Demut? Ist es Weisheit? Das muss offen bleiben, denn diese Prosa endet mit dem Tod des, an Krebs erkrankten, Autors. Sie ist ein von vornherein als solches angelegtes Fragment. Die Textfortsetzungen werden, solange André Müller lebt, halbjährlich geliefert und dem Vorhandenen angefügt. Umfang: ca. 295 Seiten ISBN: 978-3-902797-05-6
Über den Autor
André Müller, geboren 1946 in Michendorf, Brandenburg; die Mutter Österreicherin, der Vater Franzose, Soldat auf der Durchreise, der, schon bevor das Kind überhaupt da war, das Weite suchte. 1950 Übersiedlung nach Wien, dort aufgewachsen mit der Mutter, einer Angestellten der Wiener Gebietskrankenkasse. Zunächst, da unehelich, ein Fall für die öffentliche Fürsorge, dann Volksschüler, Gymnasiast, Student der Philosophie, Germanistik, Geschichte. Ab 1967 Gerichtsreporter bei der Wiener „Kronenzeitung“, später Theaterkritiker. 1970 Übersiedlung nach München, Redakteur im Feuilleton der Münchner „Abendzeitung“. Seit 1975 freischaffend; Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften, („Der Spiegel“, „Die Zeit“, „Die Weltwoche“, „FAZ“ u.a.), besonders bekannt durch seine Interviews. Buchveröffentlichungen: Entblößungen (1979); Interviews (1982); Gedankenvernichtung (1984); Im Gespräch (1989); Zweite Liebe (1991); Österreicher(innen) (1994); Ich riskiere den Wahnsinn (1997); …über die Fragen hinaus (1998); Simering, Erzählung (1998)
